Mutter
Herausgegeben von Liliane Studer / Mit einem Nachwort von Liliane Studer
1. Auflage, gebunden, 96 Seiten
März 2026Im Oktober 1921 stirbt Aline Valangins Mutter. Ihr Tod stürzt die 32-jährige Tochter in eine tiefe Krise, die sie schreibend zu bewältigen versucht. In ihr Tagebuch schreibt Valangin den Text «Mutter». Es ist eine ergreifende Hommage auf die Frau, gegen die sie so lange gekämpft hatte. Sie lehnte sich gegen die Besitzansprüche ihrer Mutter auf, wollte nicht ihr Leben opfern, um sie vor dem Alleinsein zu schützen.
So prägte die Beziehung der beiden ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz, zwischen Zuneigung und Ablehnung. Aufgewühlt und offen schildert Aline Valangin, wie sich ihre kindliche Liebe zunehmend in Hass verwandelte. Wie ihre Befreiung nur über «Verrat» möglich war, wie sie in die Arme eines Mannes flüchtete und wie die Mutter währenddessen in immer grössere Einsamkeit stürzte.
Und schliesslich zeichnet Valangin in feiner Sprache den Weg der Annäherung, die am Sterbebett der Mutter möglich wurde.

Bildrechte: Limmat Verlag
Pressestimmen
«Aline Valangin ist eine hervorragende, zu unrecht leider fast vergessene Schriftstellerin.» Die Furche, Wien
«Dem Limmat Verlag ist es hoch anzurechnen, dass Aline Valangins Werk dem heutigen Lesepublikum wieder zugänglich gemacht wird.» Urs Heinz Aerni, Lesen Magazin
«Eine berührende Reflexion über eine universelle Erfahrung. Wer Bärfuss mag, sollte auch Valangin lesen.» Katja Baigger, bref Magazin
«Einer der eindrücklichsten Prosatexte in der Schweiz des zwanzigsten Jahrhunderts.» Schweizer Radio DRS 2
«Für alle, die feinfühlige, autobiografische Texte über Familie, Schuld und späte Versöhnung schätzen.» Sandra Bellini, Buchhandlung Bellini
«Eine ergreifende Hommage auf die Frau, gegen die sie so lange gekämpft hatte.» Pforzheimer Zeitung
«Ihr Essay ‹Mutter› ist berührend, eindrücklich, nachhallend, faszinierend, unvergesslich. Ein Meisterwerk!» Sonja L. Bauer, Berner Landbote
«Es ist erstaunlich, wie Aline Valangin mit ihrem Material umging: Sie schrieb fast in Echtzeit und hatte trotzdem einen schier perfekten Blick für grössere Zusammenhänge. Eine literarische Wiederentdeckung.» Franziska Hirsbrunner, SRF Kultur
«Obwohl der Text kaum sechzig Seiten umfasst, gelingt es ihm, die Beziehung zwischen Valangin und ihrer Mutter in ihrer emotionalen Vielschichtigkeit einzufangen. Besonders wirkungsvoll sind dabei die schlichte Schreibweise sowie die vielen Fragen, die der Text stellt. Trotz des Alters des Textes und Valangins Status als klassische Autorin bleibt Mutter dadurch leicht lesbar und in seinen Fragen zugänglich. Die Autorin zeigt sich als unsichere, einsame Frau, die vergeblich versucht, einer der universellsten Erfahrungen der Welt – den Tod einer nahestehenden Person – zu verarbeiten.» Georgina Ford, Schweizer Buchjahr
