Das Ende der Gemütlichkeit

Das Ende der Gemütlichkeit

Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz

Broschur, 340 Seiten

Januar 1998
SFr. 34.–, 36.– €
ISBN 978-3-85791-315-0

Dreissig Lebensgeschichten aus der Krisenzeit zeigen die widersprüchlichen Folgen, die sich aus dem gegenwärtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch ergeben. Das Nachdenken über die eigene Lage und die Interpretation ihrer Situation gewähren Einblick in die aktuellen Kämpfe um gültige Deutungen des Zustands der Schweiz und der Welt.

Claudia Honegger
Claudia Honegger, geboren 1947 in Wald, Studium der Soziologie, Philosophie und Geschichte in Zürich, Frankfurt am Main und Paris. Seit 1990 Professorin für allgemeine Soziologie an der Universität Bern. Veröffentlichte u.a. «Die Hexen der Neuzeit» (1978); (zusammen mit Bettina Heintz) «Listen der Ohnmacht. Zur Sozialgeschichte weiblicher Widerstandsformen» (1982); «Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib» (1991); (zusammen mit Theresa Wobbe hrsg.) «Frauen in der Soziologie» (1998).
Marianne Rychner
Marianne Rychner, geboren 1963 in Bern, Studium der Geschichte und Soziologie in Bern, arbeitet als Journalistin.

Berner Zeitung, 07. Oktober 1996
Basler Zeitung, 20. Oktober 1996
Tages-Anzeiger, 12. Februar 1999


«Wissenschaft tendiert zu verallgemeinernden, abstrakten Aussagen; dieses soziologische Buch, dessen Autorinnen und Autoren zum Grossteil an der Uni Bern arbeiten, verhält sich anders. Es dokumentiert «strukturelles Unglück» im Zeitalter von Globalisierung und Deregulierung an Einzelschicksalen. Eine Fixerin, deren Hund ihr einziger Lebenszweck ist; ein Novartis-Laborant, der seine Arbeit nicht mehr als sinnvoll empfindet; ein Bauer, der sich immer unfreier fühlt und sich später das Leben nimmt — 25 Geschichten aus der Schweiz, die unter die Haut gehen, jede in einem Anhang flankiert von den statistischen Daten und Fakten.» Facts

«Was im Grossen nur als Statistik und leere Floskeln erscheint, wird beim genauen Hinschauen zu berührendem Schicksal.» Münstergass-Buchhandlung, Bern

«Das Ende der Gemütlichkeit» ist ein farbiges Porträt eines Landes in Unruhe, das allzulange seine Ruhe haben wollte. In den ungeschminkten Reden schwingt auch ein zukunftsgerichteter Wille mit, einen Ausgang aus dem lange verteidigten Alpenidyll zu suchen.» Berner Zeitung

«An dieser Bestandesaufnahme des «strukturellen Unglücks und mentalen Leids in der Schweiz» haben zwei Dutzend junge Leute mitgeschrieben, grossenteils an der Universität Bern ausgebildete oder in Ausbildung stehende Sozialwissenschafterinnen und -wissenschafter. Sie haben in Anlehnung an Pierre Bourdieus Buch «La Misère du monde» mit den exemplarisch ausgewählten Unglücklichen Tonbandinterviews geführt und geben aussagekräftige Passagen nun in direkter Rede wieder. Angewandte Soziologie solcher Art ist nicht nur aufschlussreich und spannend. Sie vermag auch Anteilnahme zu wecken am Schicksal jener Mitmenschen, die im globalisierten Wettkampf auf der Strecke bleiben.» Basler Zeitung

«Genau das macht das Buch menschlich wertvoll und soziologisch interessant. Es erlaubt einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Bedingungen der Bildung von Meinungen, Weltbildern und Deutungen. Das Spektrum reicht von der drogenabhängigen Frau, die trotz schwierigster Kindheit und Jugend ihre Probleme vor allem in eigenen Charaktermängeln sieht, bis zum ehemaligen Gewerkschafter, der auf einmal zum Gefolgschafter Christoph Blochers wird.
Damit all diese individuellen Lebensgeschichten nicht in die Beliebigkeit abgleiten, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext stehen, finden sich nach jeder Beschreibung die jeweiligen sozialwissenschaftlichen Zahlen und Fakten. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt, denn sie verhindert die Degradierung der einzelnen Lebensgeschichten zur illustrativen Fallbeschreibung und überlässt den letzten Schritt der Deutung dem Leser selbst.» Tages-Anzeiger

Caroline Arni, geboren 1970 in Solothurn, Studium der Geschichte und Soziologie in Basel und Bern, Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Bern.

Caroline Bühler, geboren 1969 in Bern, Studium der Geschichte und Soziologie in Bern, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nationalfondsprojekt «Alltagsweltliche Szenarien für die Zukunft der Schweiz» am Institut für Soziologie der Universität Bern.

Christophe Delay, né en 1975 à Lausanne, Sociologue licencié à Genève en 1997, prépare actuellement un diplôme en sociologie.

Maria Domschitz, née en 1964 à Zurich, Sociologue licenciée à Genève, prépare actuellement un diplôme en sociologie.

Thomas Gass, geboren 1968 in Basel, Studium der Ethnologie, Soziologie und Volkswirtschaft in Bern. Assistent am Institut für Ethnologie der Universität Bern.

Urs Hafner, geboren 1968 in St. Gallen, Studium der Geschichte und Soziologie in Bern, arbeitet als Historiker und Journalist.

Claudia Honegger, geboren 1947 in Wald, Studium der Soziologie, Philosophie und Geschichte in Zürich, Frankfurt am Main und Paris. Seit 1990 Professorin für allgemeine Soziologie an der Universität Bern. Veröffentlichte u.a. Die Hexen der Neuzeit (1978); (zusammen mit Bettina Heintz) Listen der Ohnmacht. Zur Sozialgeschichte weiblicher Widerstandsformen (1982); Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib (1991); (zusammen mit Theresa Wobbe hrsg.) Frauen in der Soziologie (1998).

Ruth Hungerbühler, Dr. phil., geboren 1953 in Walenstadt, Soziologin, arbeitet an einem Forschungsprojekt an der kommunikationswissenschaftlichen Fakultät der Universität Lugano und als Radioredaktorin.

Guillaume Kaeser, né en 1973 à Genève, Sociologue licencié à Genève en 1997, prépare actuellement un diplôme en sociologie.

Iudith Kaspar, geboren 1967 in Aarau, studiert seit 1995 an der Universität Bern Soziologie.

Daniel Kessler, Dr. phil., geboren 1956 in Biel, Studium der Ethnologie und der Neueren Deutschen Literatur an der Universität Bern, als Partner einer Konsulentenfirma (kek) tätig, veröffentlichte u.a.: Hotels und Dörfer. Oberengadiner Hotellerie und Bevölkerung in der Zwischenkriegszeit. (1997)

Mathieu Lewerer, né en 1972 à Bordeaux (France), études de sociologie à Genève et Paris, Maitrise de sociologie, réalise actuellement un diplôme de sociologie à l'Université de Genève.

Philippe Longchamp, né en 1974 à Genève, Sociologue licencié à Genève en 1997, prépare actuellement un diplôme en sociologie.

Chantal Magnin, geboren 1968 in Bern, Studium der Geschichte, Soziologie und Medienwissenschaft in Bern, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität Bern.

Catherine Moser, geboren 1971 in Bern. Studium der Ethnologie, Politikwissenschaft und allgemeinen Ökologie an der Universität Bern, Assistentin am Institut für Ethnologie der Universität Bern.

Charlotte Müller, Dr. phil., geboren 1956 in Düsseldorf, Diplomsoziologin und Sonderschullehrerin, seit 1993 Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Bern. Veröffentlichung: Denkstile im Schulalltag. Pädagogisches Handeln an der Grundschule (1998).

Christoph Müller, geboren 1964 in Neuchâtel, Studium der Soziologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und politischen Theorie in Zürich, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nationalfondsprojekt «Sozialwelt des Internet».

Hannes Nussbaumer, geboren 1971 in St. Gallen, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Bern, arbeitet als Journalist in St. Gallen.

Marianne Rychner, geboren 1963 in Bern, Studium der Geschichte und Soziologie in Bern, arbeitet als Journalistin.

Corina Salis Gross, Dr. phil., geboren 1959 in Frauenfeld, Studium der Ethnologie, Psychologie und Volkskunde in Zürich und Bern, Assistentin am Institut für Ethnologie der Universität Bern. Veröffentlichung: Sterben und Tod im Altersheim. Eine ethnologische Untersuchung zu beruflichen Strategien bei der Bearbeitung des Lebensendes (1999).

Peter Schallberger, geboren 1968 in Stans, Studium der Volkswirtschaft und Soziologie in Bern, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nationalfondsprojekt «Alltagsweltliche Szenarien für die Zukunft der Schweiz» am Institut für Soziologie der Universität Bern.

Sabine Schläppi, geboren 1967 in Luzern, Studium der Psychologie und Soziologie in Bern, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Koordinationsstelle für Weiterbildung der Universität Bern.

Martin Schmeiser, Dr. rer. soc., geboren 1960 in Forbach, Studium der Soziologie, Psychologie, Pädagogik und empirischen Kulturwissenschaft in Tübingen, seit 1995 Assistent am Institut für Soziologie der Universität Bern. Veröffentlichte u.a. Akademischer Hasard. Das Berufsschicksal des Professors und das Schicksal der deutschen Universität 1870–1920 (1994).

Roger Sidler, geboren 1968 in Rohr. Studium der Geschichte und Soziologie in Bern, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesarchiv und im Schweizerischen Literaturarchiv.

Nicole Stolz, geboren 1968 in Bern, Studium der Geographie und Soziologie in Bern, arbeitet bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.