Es gibt Tage

Es gibt Tage

Feuilletons, Kolumnen, Rezensionen

Herausgegeben von Christine Weder / Mit einem Nachwort von Christine Weder

gebunden, 5 s/w-Abbildungen, 448 Seiten

November 2025
SFr. 44.–, 39.– €
ISBN 978-3-03926-098-0
*Leseprobe

Die Zeitungstexte von Adelheid Duvanel zeigen eine bisher unbekannte Seite dieser Meisterin der kleinen Form. In den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitet sie als freie Kulturjournalistin und schreibt zahlreiche Feuilletons und Kolumnen für die angesehenen «Basler Nachrichten» sowie – unter dem Decknamen Martina – für die Gratiszeitung «Doppelstab». Diese Texte faszinieren durch ihren Facettenreichtum, von präzisen Alltagsbeobachtungen, persönlichen und zeitkritischen Bemerkungen bis hin zu fantastischen Szenerien mit fliessendem Übergang zu Erzählungen. Sie kommen oft leichtfüssig und ironisch daher, spielen im Bus, auf der Strasse oder im Café und handeln von den Abenteuern und Abgründen des Alltäglichen.

Die Rezensionen vermitteln uns den eigensinnigen Blick der Autorin auf Literatur. Adelheid Duvanel schreibt etwa über Ingeborg Bachmann, Vladimir Nabokov – und über die, mit denen sie später häufig verglichen wird: Robert Walser und Franz Kafka.

Adelheid Duvanel
Bildrechte: Norma Hodel

Adelheid Duvanel, geboren 1936 in Pratteln und aufgewachsen in Liestal, machte eine Lehre als Textilzeichnerin. Sie arbeitete auf verschiedenen Bürostellen sowie als Journalistin und Schriftstellerin. Von 1962–1981 war sie mit dem Kunstmaler Joseph Duvanel verheiratet, mit dem sie eine Tochter hatte. Bis auf ein Jahr auf Formentera lebte sie in Basel, wo sie 1996 starb. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann sie unter dem Pseudonym Judith Januar in den Basler Nachrichten, in Anthologien und literarischen Zeitschriften. Ab 1980 erschienen ihre Erzählbände im Luchterhand Verlag. Duvanel wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grossen Schillerpreis und dem Kranichsteiner Literaturpreis.


Christine Weder

Christine Weder, geboren 1974, studierte Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaft in Zürich, Tübingen und Cambrige. Sie lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Genf. Publikationen u. a. zu G. E. Lessing, Sophie von La Roche, E. T. A. Hoffmann, Robert Walser, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Irmtraud Morgner und Adelheid Duvanel.

«Auch diese Brotarbeiten, von denen rund die Hälfte in der Schublade blieb, zeugen vom Rang der Autorin und stehen in enger Beziehung zu ihrer funkelnden Kurzprosa, wenngleich sie etwas weniger dicht und auf einen helleren Ton gestimmt sind.» Manfred Papst, NZZ am Sonntag

«Die traurige Frau Duvanel ist bedenkenlos zwischen Bachmann und Aichinger einzureihen und alles, was aus ihrem Nachlass heute noch ans Licht kommt, ein Geschenk.» Julia Hubernagel, taz Jahresrückblick Literatur

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