Mondmilchsteine

Mondmilchsteine

Roman einer Gibswiler Jugend

220 Seiten

Januar 1985
ISBN 978-3-85791-019-7

«Ich bin in Gibswil, einem kleinen Fabrikdorf im Zürcher Oberland, aufgewachsen, als Sohn einer Textilarbeiterfamilie. Damit ist auch mein Standpunkt als Erzähler festgelegt. Ich zeichne das Dorf und seine Bewohner aus der Sicht der ländlichen Arbeiterjugend, aus der Sicht einer der benachteiligsten Gruppen unserer Gesellschaft also.
Jugenderlebnisse und Erfahrungen packe ich, frei gestaltet, in den Ablauf eines Jahres, der sich so zu einem umfassenden Bild der dörflichen Gesellschaft rundet. Gibswil ist dabei nur ein Beispiel. Anknüpfend an Traditionen, den Oberländer Fasnachtsumzügen, Festen, der Sagenwelt (Mondmilchsteine), führe ich den Leser über die Schilderung der Landschaft, der Menschen, der Fabrikarbeit, der sozialen Gegensätze, der Arbeitskämpfe hin bis zu den dramatischen Auswirkungen weltpolitischer Ereignisse in der dörflichen Gemeinschaft. Die Ungarnkrise 1956 soll dabei beispielhaft für andere, vielleicht zukünftige Auseinandersetzungen stehen. Immer wieder stosse ich aber zu den Kernfragen vor, die, so meine ich, auf dem Hintergrund der heutigen Stadtflucht-Welle bedenkenswert sind:
Wie werden die Klassengegensätze innerhalb der hautengen Dorfgemeinschaft erfahren, wie die Konflikte ausgetragen?
Ich bin selber ein Dorf-Flüchtling. Ich habe das Dorf als bedrückende Enge, aus der es auszubrechen gilt, aber auch als Gemeinschaft, in der man Schutz findet, erlebt. Diesen Widerspruch schildere ich, aufgrund meiner Erfahrungen, ohne eine endgültige Wertung vorzunehmen.»

Schlagworte
Literatur
Emil Zopfi
Bildrechte: Marco Volken

Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award.


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