Garibaldis Fuss
Aus dem Leben des Homöopathen Samuel Zopfy 1804–1890
gebunden mit Schutzumschlag, 1. Auflage, 152 Seiten, 1 Abb.
September 2016Als er im Kanton Glarus lebte, erhielt Emil Zopfi ab und zu einen kleinen Geldbetrag von der ZopfiStiftung in Schwanden. Ein Dr. Samuel Zopfy (1804–1890) hatte verfügt, dass ab dem hundertsten Jahr nach seinem Tod alle erwachsenen «männlichen und weiblichen Glieder des Zopfi-Geschlechtes» im Kanton jährlich in den Genuss der Zinsen des Stiftungsvermögens kommen sollten.
Bei Recherchen zu einem anderen Buch stösst Zopfi auf eine interessante Geschichte: Im Oktober 1862 wird Dr. Zopfy mit den berühmtesten Ärzten Europas nach La Spezia ans Krankenlager des italienischen Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi gerufen, um über dessen Schussverletzung zu beraten. Wie kam der Hausarzt, Chirurg, Zahnarzt und Homöopath aus dem Glarnerland, der sich auch als Weinbauer, Fabrikant und Erfinder betätigte, zu diesen Ehren?
Mit Hilfe vieler Quellen und seiner Imagination erzählt Emil Zopfi die Geschichte eines armen Bäckerssohns, der es mit Bildung zu Wohlstand und einem Renommee als Arzt und Homöopath brachte, sich im Alter aber zunehmend verkannt fühlte, vor allem in seiner Heimat.

Bildrechte: Marco Volken
Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award.
Pressestimmen
«Der 73-jährige Autor folgt den Spuren eines Vorfahren: Samuel Zopfy (1804–1890) war in Glarus geachtet als Chirurg und Zahnarzt, aber umstritten als früher Vertreter der Homöopathie, zu der er ein Lehrbuch verfasste. Rund um diese verbriefte Episode gruppiert sich, sorgfältig recherchiert die Lebensgeschichte des Medizinpioniers. Die farbigen Details fügen sich zu einem interessanten Zeitbild.» Berner Zeitung
«Gekonnt nimmt Zopfy die Leser auf seine Recherchen mit. Mit seiner dichten Erzählung und seinen profunden Kentnissen der Glarner Verhältnisse im 19. Jahrhundert macht er die schillernde wie spannende Person des Samuel Zopfy in seiner Zeit auf anregende Weise sehr lebendig.» Südostschweiz
«Leichtfüssig verbindet Emil Zopfi Dorf- mit Weltpolitik, zieht geschickt die Fäden von der Linth bis hinunter zum Mittelmeer, lässt die Leser teilhaben am verletzten Fuss einer Nation und am Schicksal eines grossen Mannes, der in seiner engen Heimat immer weniger gilt.» bergliteratur.ch
«Eine lebendige Biographie, über das Alltagsleben im Glarnerland im 19. Jahrhundert, die aufzeigt, dass es auch in abgelegenen Gegenden Leute gibt, die ihre Nase über die Grenze stecken.» p.s. Zeitung
