Im Sessel von Robert Walser

Im Sessel von Robert Walser

Kartenpost

gebunden, 1. Auflage, 144 Seiten

Dezember 2015
SFr. 28.–, 28.– €
ISBN 978-3-85791-762-2

1997/98 lebte Jörg Steiner ein Jahr im 'Stadtschreiberhäuschen' von Bergen-Enkheim, einem Stadtteil von Frankfurt. Dort lernte er Hanne Kulessa kennen, und aus der beruflichen Beziehung wurde eine Freundschaft, die bis zum Tod von Jörg Steiner andauerte. In den fünfzehn Jahren entstand eine Korrespondenz, die vielleicht mit die schönsten Geschichten des Schriftstellers Jörg Steiner enthält. Sie sind – naturgemäss – eingebunden in private Anspielungen, Reaktionen, Antworten, doch an erster Stelle steht das Erzählen, stehen die Geschichten. Die Mitteilungen verschickte Steiner oft auf Karten – Briefkarten und Postkarten –, und so ergab sich über die Jahre eine 'Kartensammlung' mit einem kleinen Universum an Jörg-Steiner-Geschichten und ganz nebenbei auch einer kleinen Steinerschen Poetologie.

Hanne Kulessa
Bildrechte: Alexander Paul Englert
Hanne Kulessa (1951–2022), Buchhändlerlehre, Studium der Germanistik, Verlagstätigkeit, seit 1982 freie Autorin, Moderatorin, Kritikerin (u.a. beim Hessischen Rundfunk, hr2kultur). Zahlreiche Buchveröffentlichungen, Anthologien, Erzählungen, Kinderbücher, zwei Romane. 2003–2014 Dozentin an der Goethe-Universität Frankfurt.
Jörg Steiner
Bildrechte: Ayse Yavas
Jörg Steiner, geboren 1930 in Biel. Abgebrochene Drogistenlehre, danach Lehrer im Erziehungsheim Aarwangen, später in Biel und Nidau. Auslandsaufenthalte in Mittel- und Osteuropa, Amerika und Afrika. Literaturredaktor beim «Bieler Tagblatt» und Sitz im Bieler Stadtrat 1973–1979. Jörg Steiner veröffentlichte Romane, Gedichtbände, Erzählungen, Kinderbücher (zusammen mit Jörg Müller) und Drehbücher. Er wurde vielfach ausgezeichnet (u. a. Erich-Fried-Preis, Berliner Literaturpreis, Max-Frisch-Preis). Jörg Steiner starb 2013.

«Jürg Steiners Kartenpost ist reine Poesie und kommt ganz aus dem Geiste Robert Walsers.» Peter Hamm

«Welch ein wundersames und überraschendes Buch! Seit je bewundern wir Jörg Steiner als Meister lakonischen und höchst welthaltigen Erzählens. Hier zeigt er sich uns als unvergleichlicher Seismograf der Vergänglichkeit. Ein Juwel.» Manfred Papst, NZZ am Sonntag

«Vielleicht ist es das, was Jörg Steiner meinte, als er von den nebensächlichen Dingen, ‹also› dem Wunderbaren erzählen wollte. Vielleicht wollte er mit diesem "also" sagen, dass jedes Ding, jedes Detail betrachtet werden kann und muss, weil sich nur im vermeintlich Belanglosen das Überraschende, das Erstaunliche, das Wunderbare entdecken lässt.» Caroline Emcke, Süddeutsche Zeitung

«Dieser schmale Band ist so originell wie liebenswert – fast schon ein besonderer Briefroman.» St. Galler Tagblatt

«In dieser Kartenpost erneuert sich nicht nur der Geist Walsers, sie ruft auch Steiners Schaffen neu in Erinnerung: ihre luftige Fantasie wie ihre poetische Melancholie. Im Vorwort zitiert die Herausgeberin einen Satz Steiners aus einem Rundfunkgespräch: ‹Die spätere Berühmtheit ist der Zufall, das Vergessenwerden ist der Normalfall.› Unter dem Ansturm all der eintäglichen Berühmtheiten droht auch Jörg Steiner, der 2013 im Alter von 83 Jahren verstarb, dieser Prophezeiung zu erliegen. So gesehen ist der kleine Band auch ein berührender Appell, Steiners Bücher wieder aus dem Regal zu ziehen und sich darin zu vertiefen» Beat Mazenauer, Viceversa Literatur

«Das Buch ist zugleich ein großartiges Plädoyer für das Nebensächliche, das in Krisenzeiten besonders wichtig ist, weil es ‹greifbaren› Trost spendet.» Huffington Post

«Die Karten weisen Steiner als Meister der kompakten Form aus, der Lakonik und der minimalistischen Ökonomie. Die Sprache sitzt. Die Summe der Karten fügt sich zu einer autobiographischen Karte. Sie signalisiert Sackgassen und Umwege und erleichtert die Annäherung an Jörg Steiner. Lesen und Entdecken sind eine Freude.» Alex Bänninger, Journal 21

«Die Hoffnung auf eine baldige Gesamtausgabe dieses eminenten Autors ist gering, umso grösser die Freude über ein scheinbar marginales Bändchen, das die Texte enthält, die dieser Meister des Beiläufigen auf handbeschriebenen Karten der befreundeten Frankfurter Autorin und Journalistin Hanne Kulessa schickte, gelegentlich auch Signale der eigenen Befindlichkeit enthaltend, die in seinem Werk sonst eher selten sind. In den Anspielungen nicht immer ganz aufzuschlüsseln, über der oft unverkennbaren melancholischen Grundierung immer witzige Kostbarkeiten wie dieses Paradox: ‹Von allem, was es zu sagen gibt, ist mir das Unwichtigste das Liebste.› Steiners Sound und Herzton.» Peter Rüedi, Die Weltwoche

«Ein feines Buch!» buchreport.express

 «Immer sind die Notizen zärtlich, charmant und poetisch.» Schweizer Familie

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