Bild ohne Mädchen | «Ungeheuer starker Roman» Deutschlandfunk Kultur

Bild ohne Mädchen | «Ungeheuer starker Roman» Deutschlandfunk Kultur

Roman

gebunden mit Schutzumschlag, 3. Auflage, 208 Seiten

Februar 2023
SFr. 30.–, 26.– € / E-Book SFr. 23.–
ISBN 978-3-03926-051-5
Preise und Auszeichnungen
Nomination Schweizer Buchpreis 
Kurt Marti Literaturpreis 
Literaturpreis des Kantons Bern 
Shortlist Rauriser Literaturpreis 
Förderpreis Kanton St. Gallen
*Leseprobe

Die Eltern des Mädchens misstrauen dem Fernsehen, aber beim medienaffinen Nachbarn Ege darf es so lange schauen, wie es will. Eges Wohnung steht voller Geräte, und er dreht Videos, die nie jemand sehen will.

Die Eltern sind überfordert mit dem Kind, das sein Bett nässt und kaum spricht. Der Vater ist Biologe und wendet sich lieber bedrohten Tierarten zu. Die Mutter bildhauert und ist mit ihrer Kunst beschäftigt. Ein Heiler soll helfen. Das Mädchen sucht Zuflucht bei einem Engel, den es auf einer Videokassette von Ege entdeckt hat. Und wirklich, der Engel hält zu ihm.

Durch dieses Kabinett der Hilf- und Sprachlosigkeit nähert sich Sarah Elena Müller dem Trauma einer Familie, die weder den Engel noch die Gefährdung zu sehen imstande ist. Und von der Grossmutter bis zum Kind entsteht ein Panorama weiblicher Biografien seit dem grossen Aufbruch der Sechzigerjahre.

Schlagworte
Literatur
Sarah Elena Müller
Bildrechte: David Fürst
Sarah Elena Müller, geboren 1990, arbeitet multimedial in Literatur, Musik, Virtual Reality, Hörspiel und Theater. Sie tritt im Mundart Pop Duo «Cruise Ship Misery» als Ghostwriterin und Musikerin auf und leitet das Virtual Reality Projekt «Meine Sprache und ich» – eine Annäherung an Ilse Aichingers Sprachkritik. 2019 erschien ihr Szenenband «Culturestress – Endziit isch immer scho inbegriffe» beim Verlag Der gesunde Menschenversand. 2015 erschien die Erzählung «Fucking God» beim Verlag Büro für Problem. Als Mitbegründerin des Kollektivs RAUF ­engagiert sie sich für die Anliegen feministischer Autor*innen in der Schweiz. Ihre Arbeit wird ab und an mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

«Immer wieder gibt es Neuerscheinungen, literarische Debüts, die leuchten. Weil sie einen neuen Ton finden, ungewöhnliche Zugänge schaffen und damit heraus ragen aus der Masse. Ein solches Buch ist Sarah Elena Müller gelungen. Sie schreibt zupackend, klar und viele ihrer Sprachbilder sind so grossartig, weil sie plastisch, präzise und unverbraucht daher kommen.» Michael Lünstroth, Thurgau Kultur

«Was Sarah Elena Müller auf beeindruckende Weise kann: ihrerseits eine ganze Medientheorie des Missbrauchs zu liefern. Ihr gelingt es, Verschleierungsstrategien transparent zu machen, und gleichzeitig entlässt sie den Leser nicht aus der Gefahr, selbst Komplize zu sein. Ein überaus kluger Roman, der von der Gewalt des Blickes erzählt.» Paul Jandl, NZZ

«Diese Autorin wird hoffentlich noch einige wichtige Bücher schreiben.» Hansruedi Kugler, CH Media

«Der Roman von Sarah Elena Müller dürfte einer der bleibenden dieses Jahres werden.» Daniel Graf, Republik

«Sarah Elena Müller legt einen atemberaubenden Debütroman vor. Ihre multimediale und musikalische Kompetenz schlägt sich in einer kühnen eigenständigen Sprache nieder.» Rainer Rönsch, Literaturkritik.de

«Sarah Elena Müller erzählt vom Unbegreiflichen, ohne einen moralischen Kurzschluss zu ziehen. Ein klug konstruierter Roman.» Timo Posselt, Die Zeit Schweiz

«Ein sehr brisantes Buch und eine grosse Leseempfehlung.» Nicola Steiner, SRF Literaturclub

«Die Sprache von Sarah Elena Müller ist ganz ausserordentlich. Ich bin sehr froh, dass mir dieses Buch begegnet ist und freue mich auf alle weiteren Lektüren dieser wunderbaren Autorin.» Lukas Bärfuss