Paris 1959

Paris 1959

Notizen eines Waadtländers

Übersetzt von Eva Moldenhauer / Mit einem Nachwort von Luc Weibel

gebunden, 1. Auflage, 96 Seiten

März 2017
SFr. 18.–, 16.– € / E-Book SFr. 15.80
ISBN 978-3-85791-825-4

Im Jahr 1959 bricht der zwanzigjährige Michel Contat auf nach Paris, in die Stadt der Träume, des Ruhms und der Ernüchterungen. Er schreibt sich an der Sorbonne ein und wohnt Zimmer an Zimmer mit seinem Freund Michel Thévoz, ihre Vermieterin trägt wie zu Kriegszeiten Zeitungen gegen die Kälte unter ihren Kleidern und legt ihnen Bücher von Marx und Engels vor die Tür. Sie arbeiten sich durch «Das Sein und das Nichts», bei Kälte im Café Bonaparte in der vagen Hoffnung, Sartre zu sehen, der im dritten Stockwerk wohnt. Sie gehen ins Kino, ins Theater, verbringen Nächte in Jazzlokalen und gründen selbst ein Bepop-Quintett. Sie verachten de Gaulle und demonstrieren gegen den Algerienkrieg. Als Contats Vater mit ihm nach Berlin reist, um ihn von den linken Ideen abzubringen, fährt er dort mit dem Taxi ins Berliner Ensemble zu den Brecht-Inszenierungen, während der Vater im Hotel fernsieht. Am Ende wird er aus politischen Gründen aus Frankreich ausgewiesen. Contat erzählt persönlich und offen, er verschweigt weder seine Einsamkeit noch seine Nöte, unter denen er in seiner Schüchternheit und Unschuld leidet – auch wenn die Liebe am Ende auch ihm zuteil wird. «Wenn ich mich frage, warum ich glücklich gewesen bin in jenem Pariser Jahr, das doch so karg war, dann weiss ich darauf nur eine Antwort: Ich war zwanzig Jahre alt, und ich hatte einen Freund.» Contats Erzählung ist ein Selbstporträt, das für eine ganze Generation steht.

Michel Contat
Bildrechte: Librairie Mollat
Michel Contat, geboren 1938 in Bern, wächst in Lausanne auf. Nach Studium in Paris arbeitete er als Lehrer in der Schweiz und ging 1968 zurück nach Paris, wo er ein Mitarbeiter von Jean-Paul Sartre und zu einem der besten Kenner von dessen Werk wurde, das er für die Pleïades herausgab. Er arbeitete als Autor, Filmer, Kritiker und Journalist und veröffentlichte zahlreiche Publikationen.
Eva Moldenhauer
Eva Moldenhauer (1934−2019), lebte als Übersetzerin in Frankfurt am Main. Ihre Übersetzungen von Claude Simon, Claude Lévi-Strauss, Jorge Semprun und anderen wurden vielfach ausgezeichnet, 2012 wurde sie für ihre Verdienste um die französische Kultur zum Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt.

«Ein wunderbares Buch über Paris und die Gedankengebäude eines jungen Mannes. Wenn man nur wenig Zeit hat, sich durch die enormen Bücherstapel mit französischsprachigen Neuerscheinungen des Jahres 2017 zu lesen, dann sollte dieses Buch auf jeden Fall ganz, ganz oben auf der Lektüreliste stehen.» Deutsche Welle

«Contats kurzweilige Erinnerungen an Leben, Politik und Denken der Zeit zeigen, wie aus naiven Träumen harte Realität wurde.» Süddeutsche Zeitung

«Die ‹Notizen› zeigen das kulturelle und politische Paris angesichts der Algerienkrise und der Studentenproteste. Und sie geben einen Einblick in einen Kenner der Gedankenwelt von Sartre, dessen Mitarbeiter er später wurde. Spannend und informativ geschrieben.» p.s. Zeitung

«In sympathischer und nicht allzu schwelgerischer Art erinnert sich der Waadtländer Autor Michel Contat an das Jahr 1959, als er nach der Matura in Paris sein Literaturstudium begann.» Biel-Benkemer Dorf-Zytig

«Michel Contat lässt eine verschwundene Welt wiedererstehen, in die man mit grossem Vergnügen eintaucht, um verwundert festzustellen wie nah und gleichzeitig fern diese Zeit ist.» Kommbuch.com (autorenbuchhandlung marx & co)

«In seinen ‹Notizen eines Waadtländers› kehrt der Sartre-Spezialist Contant in seine frühen Pariser Jahre zurück und spiegelt die Sehnsucht einer ganzen Generation nach politisch-existenziellem Neuanfang.» Bücher Magazin

«In der Romanbiographie erzählt Michel Contat ehrlich von seinen Ängsten, seinen Interessen, seinen Nöten und seinen Gefühlen, was den Leser in den Bann zieht und den Eindruck erweckt, als sei man selbst gerade anwesend.» literaturkritik.ch

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