Den Berg auf der Zunge
Roman
1. Auflage, gebunden mit Schutzumschlag. gebunden, 192 Seiten
ersch. 17. September 2026Als ihre Mutter für ein paar Wochen verreist, kehrt die Erzählerin aus der Stadt nach Hause zurück, ins Bergdorf Wengen, sie soll sich um den Garten kümmern. Dabei wollte sie es doch hinter sich lassen, das Dorf, um in der Stadt zu studieren und aus dem Bergdorfkind eine Stadtfrau zu machen. Es ist ein heisser, regenloser Sommer, begleitet wird sie von einem kleinen Hund und dem tief verwurzelten Misstrauen gegenüber dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Ein Ort, der vom Verlust des Vaters geprägt ist und für den der Begriff «Heimat» nicht so recht passen mag.
Während die Berge bröckeln, die Gletscher schmelzen und ein Bauprojekt die Lebenswelt der Dorfbewohner:innen erschüttert, durchstreift die Erzählerin die Alpen. Und mit der Zeit erobert sie sich ihren Platz zurück in diesem felsigen Terrain, das zunehmend an Bedrohlichkeit verliert.
In einer dichten, tastenden Sprache zeichnet Janica Irina Madjar den Weg einer Wiederannäherung nach und zeigt, wie Zuversicht dort entstehen kann, wo sich Beständiges aufzulösen droht.

Bildrechte: Viviane Stucki
Pressestimmen
«Dieses Buch nimmt sich die Freiheit, aus Vertrautem Befremdliches und aus Fremdem Neugier zu erzeugen. Im Ringen mit der Sprache erforscht es die Aussprechbarkeit von Verlusten: von sogenannter Heimat, Kindheit, Zugehörigkeit, und dem Skandal der bestechlichen Erinnerung.» Tine Melzer
«Dicht und soghaft, weit und trotzdem oft unglaublich klar – ich bin begeistert von Madjars Sprache. Ich war von der ersten Seite an wie hypnotisiert von diesem weichen Text über ein schroffes Terrain!» Lena Thymian, Buchhandlung Buchkontor
Veranstaltungen
Donnerstag, 17. September 2026
19:00 Uhr
Mittwoch, 23. September 2026
19:30 Uhr
Paranoia City Buch & Wein
Ankerstrasse 12, 8004 Zürich, Schweiz
Den Berg auf der Zunge
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation Laila Schneebeli (Limmat)
T: +41 44 241 37 05
paranoiacity@paranoiacity.ch
www.paranoiacity.ch
Mittwoch, 21. Oktober 2026
19:30 Uhr
Volkshaus, Grüner Saal
Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich, Schweiz
Literarische Auseinandersetzung mit Heimat
mit Usama Al Shahmani und Janica Irina Madjar
Ein Hauptthema der Romane von Usama Al Shahmani («In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» (Limmat 2025), «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» (Limmat 2022), «Im Fallen lernt die Feder fliegen» (Limmat 2020), «In der Fremde sprechen die Bäume Arabisch» (Limmat 2018)) ist die Bedeutung von Heimat. Dabei spielt auch die Natur eine wichtige Rolle. In Janica Irina Madjars Debütroman «Den Berg auf der Zunge» geht es um die Wiederannäherung einer jungen Frau an ihr Heimatdorf in den Bergen und darum, wie sich die Landschaft verändert. Am 21. Oktober lesen Madjar und Al Shahmani aus ihren Texten und diskutieren darüber, inwiefern die Natur ihre Texte beeinflusst, wie mit dem Begriff der Heimat literarisch umgegangen werden kann, und inwiefern sich die Perspektiven einer Debütautorin und eines erfahrenen Autors unterscheiden. Der Abend wird moderiert von Jana Sonderegger vom Limmat Verlag.
Eintritt Fr. 10.- (5.- ermässigt), um Reservation wird gebeten veranstaltungen@limmatverlag.ch
Sonntag, 25. Oktober 2026
17:00 Uhr
Sofalesung
mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Sonntag, 25. Oktober 2026
15:00 Uhr
Berge und Bergbau!
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar, Sarah Calörtscher und Flurina Badel
Die junge Schweizer Literatur verhandelt Heimat, Overtourismus und Klimakrise, während im Theater immer weiter nach der Wahrheit gebohrt wird. Woher kommt der plötzliche Rückzug ins Bergdorf? Woraus nährt sich Zuversicht? Darüber diskutieren Flurina Badel, Janica Irina Madjar und Sarah Calörtscher. Moderation Rahel Braunschweig, Lesung Miriam Japp.
T: 044 267 64 64
tickets@theaterneumarkt.ch
www.theaterneumarkt.ch
Sonntag, 01. November 2026
17:00 Uhr
wird bei Anmeldung bekannt gegeben
wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Winterthur, Schweiz
Sofalesung
mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Eintritt Zahl, was du magst: CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen
T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch/kalender
Sonntag, 15. November 2026
17:00 Uhr
Sofalesung
mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation Lea Dora Ilmer
Eintritt Zahl, was du magst CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen
T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch
Donnerstag, 19. November 2026
18:30 Uhr
Literaturhaus München
Salvatorplatz 1, 80333 München, Schweiz
Schweizer Jubiläumsabend
mit Usama Al Shahmani, Janica irina Madjar und Flurina Badel
Jubiläumsabend im Literaturhaus München: Der Unionsverlag, Rotpunktverlag und Limmat Verlag feierten in kurzen Abständen ihre 50-Jahre Jubiläen. Gespräche mit Mitarbeitenden aus den Verlagen zu ihrer Arbeit und mit den Autor:innen Usama Al Shahmani, Janica Irina Madjar und Flurina Badel finden an diesem Abend statt.
info@literaturhaus-muenchen.de
www.literaturhaus-muenchen.de/veranstaltung/swiss-made-2/
Freitag, 20. November 2026
18:00 Uhr
Den Berg auf der Zunge
Lesung und Gespräch mit Giuliano Musio und Janica Irina Madjar
Giuliano Musio liest und spricht über «Aus anderem Holz».
Moderation: Janica Irina Madjar
T: +41 31 330 26 25
www.cafe-kairo.ch/programm
Freitag, 27. November 2026
18:00 Uhr
Den Berg auf der Zunge
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation: Giuliano Musio
T: +41 31 330 26 25
www.cafe-kairo.ch/programm
Samstag, 28. November 2026
19:00 Uhr
Literaare - Herbstlese
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge».
Mehr Informationen
Mittwoch, 09. Dezember 2026
19:30 Uhr
Lange Nacht der Debüts
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
Lesungen von fünf Debüts - u.a. von «Den Berg auf der Zunge»
1. Teil des Abends im Literaturhaus Zürich, 2. Teil des Abends im Cabaret Voltaire.
Moderation: Julia Knapp und Emma Mitterbacher
Mehr Informationen
T: +41 (0)44 254 5 0 08
info@literaturhaus.ch
www.literaturhaus.ch
Sonntag, 13. Dezember 2026
17:00 Uhr
wird bei Anmeldung bekannt gegeben
wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Aarau, Schweiz
Sofalesung
mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Eintritt Zahl, was du magst: CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen
T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch/kalender
Donnerstag, 21. Januar 2027
18:00 Uhr
Text!
mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
T: 031 631 92 00
info@ub.unibe.ch
www.unibe.ch
Mittwoch, 27. Januar 2027
20:00 Uhr
PBZ Bibliothek Schwamendingen
Winterthurerstrasse 531, 8051 Zürich, Schweiz
Den Berg auf der Zunge
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
Janica Irina Madjar liest aus ud spricht über «Den Berg auf der Zunge»
mit Tine Melzer
Donnerstag, 10. Juni 2027
19:00 Uhr
Den Berg auf der Zunge
Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar
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Im Buch folgen wir einer Erzählerin, die sich mit ihrem Heimatdorf versöhnt. Was bedeutet Heimat für Sie?
Heimat ist für mich stark mit einem Gefühl der Zerrissenheit oder der Zerstreuung verbunden. Lange war Heimat für mich an reale Orte gebunden, wurde aber über die Zeit eher ein identitätsbildender Bezugsrahmen, in dem ich mich bewegen darf. Dadurch verliert der Begriff bestimmt etwas an Symbolträchtigkeit, aber das finde ich eigentlich sehr angenehm und unkompliziert.
Ein heisser, regenloser Sommer, schmelzende Gletscher, Veränderungen im Landschaftsbild: Welche Rolle spielt der Klimawandel im Roman?
Der Klimawandel ist gezwungenermassen Teil jeder Gegenwartsgeschichte. Gleichzeitig wollte ich keinen Klimaroman schreiben. In der Geschichte erscheint er vielmehr als ein natürlicher Teil jener Veränderungen, die unsere Gegenwart prägen und denen wir scheinbar nicht schnell genug begegnen können, insbesondere dann, wenn wir die Verantwortung weiterhin bei Einzelpersonen suchen. Die Geschichte kann deshalb auch als Einladung zur Zuversicht gelesen werden: als Versuch, einen Umgang mit dieser und anderen bedrohlichen Entwicklungen und Zuständen zu finden, ohne dabei in Sprachlosigkeit oder Ohnmacht zu verfallen. Ich glaube, dass wir mit dem Warten aufhören sollten!
Obwohl mit Klimawandel und Verdrängung der Dorfbevölkerung durch den zunehmendem Tourismus reale Bedrohungen thematisiert werden, bewegt sich der Roman auch immer zwischen Realismus und Absurdität. So sind zum Beispiel die Kabinen der neuen Gondelbahn mit Blattgold überzogen und können vor ihrem ersten Einsatz gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. Warum diese absurden Elemente?
Ich weiss nicht, wo genau die Grenze zwischen Absurdität und Realität liegen soll, es stimmt immer das, was wir sehen oder fühlen. Auf diesem Grat zu balancieren, hilft mir, die schweren Dinge leichter zu machen und mir die Zeit zu gönnen, die Landschaft und Gegenstände um mich herum genau zu beobachten. Wenn ich Absurdes erwarte, findet es immer sehr schnell zu mir. Es muss eigentlich nichts erfunden werden, alles ist schon da und es ist lustig und absurd oder traurig oder schön.
Haben die zwiespältigen Gefühle dem Bergdorf gegenüber nicht auch ihre Wurzeln in der Familie der Erzählerin?
Doch natürlich. Sie hat sie sich sogar bei den Eltern abgeschaut. Es geht dabei um die Suche nach Zugehörigkeit, um den Wunsch anzukommen, sich selbst zu verstehen, zur Ruhe zu kommen und Zuversicht zu finden. Der Vater kam in den 1980er-Jahren aus der Vojvodina in die Schweiz, um Theologie zu studieren. Als er die Pfarrstelle in Wengen bekam, zog die Mutter mit ihm ins Dorf, obwohl sie lieber in der Stadt geblieben wäre. Irgendwie sind es drei verschiedene Migrationsgeschichten, die verflochten bleiben. Es gelingt nicht immer, Gefühle von Orten oder Menschen zu trennen und sie einfach als das anzunehmen, was sie sind. Das Glück ist: Die Eltern haben den Raum geschaffen, sich überhaupt mit Fragen von Zugehörigkeit auseinanderzusetzen. Das ist ein grosses Privileg.
Sie sind selbst in Wengen aufgewachsen. Wie viel Autobiografisches steckt im Roman?
Ich wüsste nicht, wie ich über etwas schreiben soll, das ich nicht selbst erlebt habe. Es ist für mich naheliegend, über das zu schreiben, was mich auch wirklich umtreibt. Wie viel davon genau so geschehen ist oder mir in Vergangenheit oder Zukunft so vorkommt, weiss ich selbst nicht mehr genau. Würde man meine Mutter fragen, wie die Dinge geschehen sind, würde sie vermutlich ganz andere Geschichten erzählen, obwohl wir vieles gemeinsam erlebt haben. Der Roman hat ein autobiografisches Gerüst, das ohne Hemmungen weitergebaut, gedehnt und verdreht wurde. Mir zu überlegen, für was ich alles bloss nicht die Augen habe, für Trolle zum Beispiel, war ein grosser Schreibmotor.
Wenn Sie jemanden mitnehmen könnten auf eine Wanderung, wer wäre es, und wohin würden Sie wandern?
Am liebsten würde ich alle meine Freundinnen aus der Stadt mitnehmen und ihnen den verstecktesten Teil des Lauterbrunnentals zeigen, dort, wo Tolkien unterwegs gewesen sein soll. Wir würden stundenlang eigene Geschichten erfinden und zwischen den Tannen nach Zwergenfilzhüten suchen. Und sonst bin ich gerne mit Menschen unterwegs, die mehr über die Natur wissen als ich, die jeden Gipfel benennen können und die Blumen und Kräuter der Berge kennen. Am liebsten wahrscheinlich mit einer Margrit.
