Den Berg auf der Zunge

Den Berg auf der Zunge

Roman

1. Auflage, gebunden mit Schutzumschlag. gebunden, 192 Seiten

ersch. 17. September 2026
SFr. 34.–, 28.– € / E-Book SFr. 25.–
ISBN 978-3-03926-113-0
*Leseprobe

Als ihre Mutter für ein paar Wochen verreist, kehrt die Erzählerin aus der Stadt nach Hause zurück, ins Bergdorf Wengen, sie soll sich um den Garten kümmern. Dabei wollte sie es doch hinter sich lassen, das Dorf, um in der Stadt zu studieren und aus dem Bergdorfkind eine Stadtfrau zu machen. Es ist ein heisser, regenloser Sommer, begleitet wird sie von einem kleinen Hund und dem tief verwurzelten Misstrauen gegenüber dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Ein Ort, der vom Verlust des Vaters geprägt ist und für den der Begriff «Heimat» nicht so recht passen mag.

Während die Berge bröckeln, die Gletscher schmelzen und ein Bauprojekt die Lebenswelt der Dorfbewohner:innen erschüttert, durchstreift die Erzählerin die Alpen. Und mit der Zeit erobert sie sich ihren Platz zurück in diesem felsigen Terrain, das zunehmend an Bedrohlichkeit verliert.

In einer dichten, tastenden Sprache zeichnet Janica Irina Madjar den Weg einer Wiederannäherung nach und zeigt, wie Zuversicht dort entstehen kann, wo sich Beständiges aufzulösen droht.

Janica Irina Madjar
Bildrechte: Viviane Stucki
Janica Irina Madjar, geboren 1997, wuchs in Wengen in den Berner Alpen auf. Nach einem Bachelor in Fine Arts in Bern und Basel mit Schwerpunkt in Malerei wandte sie sich dem Schreiben zu. Im Sommer 2025 schloss sie den Master in Kulturpublizistik an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Texte von ihr erschienen unter anderem in Publikationen des Limmat Verlags und in verschiedenen Literaturmagazinen. «Den Berg auf der Zunge» ist ihr erster Roman. Janica Irina Madjar lebt und arbeitet in Bern.

«Dieses Buch nimmt sich die Freiheit, aus Vertrautem Befremdliches und aus Fremdem Neugier zu erzeugen. Im Ringen mit der Sprache erforscht es die Aussprechbarkeit von Verlusten: von sogenannter Heimat, Kindheit, Zugehörigkeit, und dem Skandal der bestechlichen Erinnerung.» Tine Melzer

«Dicht und soghaft, weit und trotzdem oft unglaublich klar – ich bin begeistert von Madjars Sprache. Ich war von der ersten Seite an wie hypnotisiert von diesem weichen Text über ein schroffes Terrain!» Lena Thymian, Buchhandlung Buchkontor

Donnerstag, 17. September 2026
19:00 Uhr

Bacio
Zähringerstrasse 42, 3012 Bern, Schweiz

Den Berg auf der Zunge

Book Release mit Janica Irina Madjar

Book Release mit Janica Irina Madjar

bacio-collective.com/

Den Berg auf der Zunge

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation Laila Schneebeli (Limmat)

T: +41 44 241 37 05
paranoiacity@paranoiacity.ch
www.paranoiacity.ch

Literarische Auseinandersetzung mit Heimat

mit Usama Al Shahmani und Janica Irina Madjar

Ein Hauptthema der Romane von Usama Al Shahmani («In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» (Limmat 2025), «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» (Limmat 2022), «Im Fallen lernt die Feder fliegen» (Limmat 2020), «In der Fremde sprechen die Bäume Arabisch» (Limmat 2018)) ist die Bedeutung von Heimat. Dabei spielt auch die Natur eine wichtige Rolle. In Janica Irina Madjars Debütroman «Den Berg auf der Zunge» geht es um die Wiederannäherung einer jungen Frau an ihr Heimatdorf in den Bergen und darum, wie sich die Landschaft verändert. Am 21. Oktober lesen Madjar und Al Shahmani aus ihren Texten und diskutieren darüber, inwiefern die Natur ihre Texte beeinflusst, wie mit dem Begriff der Heimat literarisch umgegangen werden kann, und inwiefern sich die Perspektiven einer Debütautorin und eines erfahrenen Autors unterscheiden. Der Abend wird moderiert von Jana Sonderegger vom Limmat Verlag.
Eintritt Fr. 10.- (5.- ermässigt), um Reservation wird gebeten veranstaltungen@limmatverlag.ch

Sonntag, 25. Oktober 2026
17:00 Uhr

wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Zürich, Schweiz

Sofalesung

mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»

www.sofalesungen.ch/kalender

Sonntag, 25. Oktober 2026
15:00 Uhr

Theater Neumarkt
Neumarkt 5, 8001 Zürich, Schweiz

Berge und Bergbau!

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar, Sarah Calörtscher und Flurina Badel

Die junge Schweizer Literatur verhandelt Heimat, Overtourismus und Klimakrise, während im Theater immer weiter nach der Wahrheit gebohrt wird. Woher kommt der plötzliche Rückzug ins Bergdorf? Woraus nährt sich Zuversicht? Darüber diskutieren Flurina Badel, Janica Irina Madjar und Sarah Calörtscher. Moderation Rahel Braunschweig, Lesung Miriam Japp.

T: 044 267 64 64
tickets@theaterneumarkt.ch
www.theaterneumarkt.ch

Sofalesung

mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Eintritt Zahl, was du magst: CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen

T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch/kalender

Sonntag, 15. November 2026
17:00 Uhr

wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Basel, Schweiz

Sofalesung

mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation Lea Dora Ilmer
Eintritt Zahl, was du magst CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen

T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch

Schweizer Jubiläumsabend

mit Usama Al Shahmani, Janica irina Madjar und Flurina Badel

Jubiläumsabend im Literaturhaus München: Der Unionsverlag, Rotpunktverlag und Limmat Verlag feierten in kurzen Abständen ihre 50-Jahre Jubiläen. Gespräche mit Mitarbeitenden aus den Verlagen zu ihrer Arbeit und mit den Autor:innen Usama Al Shahmani, Janica Irina Madjar und Flurina Badel finden an diesem Abend statt.

info@literaturhaus-muenchen.de
www.literaturhaus-muenchen.de/veranstaltung/swiss-made-2/

Freitag, 20. November 2026
18:00 Uhr

Café Kairo
Dammweg 43, 3013 Bern, Schweiz

Den Berg auf der Zunge

Lesung und Gespräch mit Giuliano Musio und Janica Irina Madjar

Giuliano Musio liest und spricht über «Aus anderem Holz».
Moderation: Janica Irina Madjar

T: +41 31 330 26 25
www.cafe-kairo.ch/programm

Freitag, 27. November 2026
18:00 Uhr

Café Kairo
Dammweg 43, 3013 Bern, Schweiz

Den Berg auf der Zunge

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Moderation: Giuliano Musio

T: +41 31 330 26 25
www.cafe-kairo.ch/programm

Samstag, 28. November 2026
19:00 Uhr

Thun
Schweiz

Literaare - Herbstlese

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge».

Mehr Informationen

Mittwoch, 09. Dezember 2026
19:30 Uhr

Literaturhaus Zürich
Limmatquai 62, 8001 Zürich, Schweiz

Lange Nacht der Debüts

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Lesungen von fünf Debüts - u.a. von «Den Berg auf der Zunge»
1. Teil des Abends im Literaturhaus Zürich, 2. Teil des Abends im Cabaret Voltaire.
Moderation: Julia Knapp und Emma Mitterbacher

Mehr Informationen

T: +41 (0)44 254 5 0 08
info@literaturhaus.ch
www.literaturhaus.ch

Sofalesung

mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»
Eintritt Zahl, was du magst: CHF.- 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)
mehr Informationen

T: +41 76 361 59 73
info@sofalesungen.ch
www.sofalesungen.ch/kalender

Text!

mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus und spricht über «Den Berg auf der Zunge»

T: 031 631 92 00
info@ub.unibe.ch
www.unibe.ch

Den Berg auf der Zunge

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar liest aus ud spricht über «Den Berg auf der Zunge»
mit Tine Melzer

praesident@buecherfreunde.ch
www.buecherfreunde.ch

Den Berg auf der Zunge

Lesung und Gespräch mit Janica Irina Madjar

Janica Irina Madjar spricht und liest aus «Den Berg auf der Zunge».

Mehr Informationen
 

Im Buch folgen wir einer Erzählerin, die sich mit ihrem Heimatdorf versöhnt. Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat ist für mich stark mit einem Gefühl der Zerrissenheit oder der Zerstreuung verbunden. Lange war Heimat für mich an reale Orte gebunden, wurde aber über die Zeit eher ein identitätsbildender Bezugsrahmen, in dem ich mich bewegen darf. Dadurch verliert der Begriff bestimmt etwas an Symbolträchtigkeit, aber das finde ich eigentlich sehr angenehm und unkompliziert.

Ein heisser, regenloser Sommer, schmelzende Gletscher, Veränderungen im Landschaftsbild: Welche Rolle spielt der Klimawandel im Roman?

Der Klimawandel ist gezwungenermassen Teil jeder Gegenwartsgeschichte. Gleichzeitig wollte ich keinen Klimaroman schreiben. In der Geschichte erscheint er vielmehr als ein natürlicher Teil jener Veränderungen, die unsere Gegenwart prägen und denen wir scheinbar nicht schnell genug begegnen können, insbesondere dann, wenn wir die Verantwortung weiterhin bei Einzelpersonen suchen. Die Geschichte kann deshalb auch als Einladung zur Zuversicht gelesen werden: als Versuch, einen Umgang mit dieser und anderen bedrohlichen Entwicklungen und Zuständen zu finden, ohne dabei in Sprachlosigkeit oder Ohnmacht zu verfallen. Ich glaube, dass wir mit dem Warten aufhören sollten!

Obwohl mit Klimawandel und Verdrängung der Dorfbevölkerung durch den zunehmendem Tourismus reale Bedrohungen thematisiert werden, bewegt sich der Roman auch immer zwischen Realismus und Absurdität. So sind zum Beispiel die Kabinen der neuen Gondelbahn mit Blattgold überzogen und können vor ihrem ersten Einsatz gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. Warum diese absurden Elemente?

Ich weiss nicht, wo genau die Grenze zwischen Absurdität und Realität liegen soll, es stimmt immer das, was wir sehen oder fühlen. Auf diesem Grat zu balancieren, hilft mir, die schweren Dinge leichter zu machen und mir die Zeit zu gönnen, die Landschaft und Gegenstände um mich herum genau zu beobachten. Wenn ich Absurdes erwarte, findet es immer sehr schnell zu mir. Es muss eigentlich nichts erfunden werden, alles ist schon da und es ist lustig und absurd oder traurig oder schön.

Haben die zwiespältigen Gefühle dem Bergdorf gegenüber nicht auch ihre Wurzeln in der Familie der Erzählerin?

Doch natürlich. Sie hat sie sich sogar bei den Eltern abgeschaut. Es geht dabei um die Suche nach Zugehörigkeit, um den Wunsch anzukommen, sich selbst zu verstehen, zur Ruhe zu kommen und Zuversicht zu finden. Der Vater kam in den 1980er-Jahren aus der Vojvodina in die Schweiz, um Theologie zu studieren. Als er die Pfarrstelle in Wengen bekam, zog die Mutter mit ihm ins Dorf, obwohl sie lieber in der Stadt geblieben wäre. Irgendwie sind es drei verschiedene Migrationsgeschichten, die verflochten bleiben. Es gelingt nicht immer, Gefühle von Orten oder Menschen zu trennen und sie einfach als das anzunehmen, was sie sind. Das Glück ist: Die Eltern haben den Raum geschaffen, sich überhaupt mit Fragen von Zugehörigkeit auseinanderzusetzen. Das ist ein grosses Privileg.

Sie sind selbst in Wengen aufgewachsen. Wie viel Autobiografisches steckt im Roman?

Ich wüsste nicht, wie ich über etwas schreiben soll, das ich nicht selbst erlebt habe. Es ist für mich naheliegend, über das zu schreiben, was mich auch wirklich umtreibt. Wie viel davon genau so geschehen ist oder mir in Vergangenheit oder Zukunft so vorkommt, weiss ich selbst nicht mehr genau. Würde man meine Mutter fragen, wie die Dinge geschehen sind, würde sie vermutlich ganz andere Geschichten erzählen, obwohl wir vieles gemeinsam erlebt haben. Der Roman hat ein autobiografisches Gerüst, das ohne Hemmungen weitergebaut, gedehnt und verdreht wurde. Mir zu überlegen, für was ich alles bloss nicht die Augen habe, für Trolle zum Beispiel, war ein grosser Schreibmotor.

Wenn Sie jemanden mitnehmen könnten auf eine Wanderung, wer wäre es, und wohin würden Sie wandern?

Am liebsten würde ich alle meine Freundinnen aus der Stadt mitnehmen und ihnen den verstecktesten Teil des Lauterbrunnentals zeigen, dort, wo Tolkien unterwegs gewesen sein soll. Wir würden stundenlang eigene Geschichten erfinden und zwischen den Tannen nach Zwergenfilzhüten suchen. Und sonst bin ich gerne mit Menschen unterwegs, die mehr über die Natur wissen als ich, die jeden Gipfel benennen können und die Blumen und Kräuter der Berge kennen. Am liebsten wahrscheinlich mit einer Margrit.

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