Der Staubwedel muss mit
Christoph Schwyzer

Der Staubwedel muss mit

Prosa

160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ersch. Mai 2019
Ca. SFr. 32.–, 29.– €
978-3-85791-875-9

Schlagworte

Literatur
     

Ein Altersheim, unzählige Einzelzimmer. Im Sessel vor dem Fenster träumt Herr Strub von seiner Zeit als Fremdenlegionär in Saida. Wird es ihm zu viel, steigt er auf seinen Hometrainer und radelt davon. Frau Zürcher legt sich nach dem Frühstück gleich wieder ins Bett, liest einen Kioskroman nach dem anderen und lebt von Liebe, Linzertörtchen und Lindenblütentee. Mit dem Leben längst abgeschlossen hat Frau Herger. Zum Glück hat sie ihren Kummer, sie wüsste nicht, um was sie sich im Heim sonst kümmern könnte. Frau Knobel sagt über sich selbst: Gearbeitet habe ich immer, meistens im Büro, verheiratet war ich nie, bin also immer noch zu haben. Und Sepp kann es nicht fassen, dass ihm dieses Weib vom Verein Frohes Alter zu seinem Neunzigsten keine Flasche Wein, sondern ein Schuppenshampoo geschenkt hat.

Heiterkeit, Trauer und Tiefsinn umgeben diese Miniaturen. Manchmal umfassen sie nur zwei, drei Zeilen. Aber immer leuchtet dazwischen das Unausgesprochene auf: die Widersprüche und Sehnsüchte, die jedes Leben ausmachen, die nie endende Suche nach Heimat.

Christoph Schwyzer
© Paul Joos

Christoph Schwyzer

Christoph Schwyzer (*1974) lebt mit seiner Familie in Luzern. Er arbeitete an der Volksschule, im Altersheim und bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Studienaufenthalt in Hildesheim «Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus», Umzug nach Berlin, danach Fußwanderung von Hamburg nach Basel. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit tritt Christoph Schwyzer als Rezitator auf. Für seinen ersten Roman «Wenzel» war er für den Rauriser Literaturpreis 2012 nominiert.

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