Knowhow am Kilimandscharo
Isolde Schaad

Knowhow am Kilimandscharo

Verkehrsformen und Stammesverhalten von Schweizern

228 Seiten, Broschur
Januar 1984
SFr. 28.–, 28.– €
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978-3-85791-086-9

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Schlagworte

Literatur
     

Die Schweiz kommt vor in Ostafrika, und ihr Vorkommen ist von einer netten Nettigkeit und trägt lieber Gesundheitszoccoli als Krawatte. Die Schweiz protzt nicht, die Schweiz geniesst nicht, ihre Verhaltensformen sind Immunisierungsformen, und diese sind gestanzt mit pädagogischer Anstrengung. Für das Land der Pädagogen ist das Helfenwollen zugleich das Lehren.

Ostafrika lässt sich selten oder nur ein Stück weit ein mit diesem Volk, das lehren will. Seine Immunisierungsform ist die Höflichkeit, eine undurchdringliche, schwer zu verkraftende Höflichkeit für ein Volk, das lehren will. Sie entspringt der Erfahrung, dass das Helfenwollen, das ein Lehren ist, gar keine Zeit hat.

Isolde Schaad

Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können der nahen und fernen Umgebung widmet. Schon ihre Buchtitel zeugen davon: «Knowhow am Kilimandscharo», erschien 1984 und wurde vom heissen Eisen zum Ethnoklassiker. 1986 folgte die «Zürcher Constipation», 1989 «KüsschenTschüss», die beide zu helvetischen Bestsellern wurden. «Body & Sofa», die Erzählungen aus der Kaufkraftklasse, 1994, «Mein Text so blau» 1997, dann der Roman  «Keiner wars» 2001, der den Schillerpreis der ZKB erhielt, sowie die Porträtsammlung «Vom Einen. Literatur und Geschlecht», 2004. Es folgten der Roman «Robinson & Julia», 2010, dann die Erzählungsbände «Am Äquator», 2014, sowie « Giacometti hinkt», 2019, von der Presse mit grosser Anerkennung bedacht.
Isolde Schaad hat neben ihrer schriftstellerischen Arbeit stets auch publizistisch gearbeitet, bis zum Millenium war sie für renommierte Zeitschriften im In- und Ausland tätig, Unter anderen für «Transatlantik», für das legendäre «Kursbuch», für «Geo», «literaturkonkret, die «Frauenoffensive», oder «Text und Kritik», herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold. Ab 1974 bis in die Nullerjahre schrieb sie u.a. für das «Tages-Anzeiger-Magazin», die «NZZ am Wochenende», schwerpunktsmässig für die Wochenzeitung «Woz» und die Kulturzeitschrift «Du».
Von ihren Studienreisen nach Indien, Ostafrika und dem Nahen Osten stammen ihre lebendigen, mit dem ethnologischen  Blick geschärften Reportagen, Essays und Kolumnen, für die sie den Schweizerischen Journalistenpreis erhielt. Im Frühjahr 1997 war sie Gast der renommierten Washington University in St. Louis, Missouri. Zu dieser Zeit entstand auch eine Dissertation der amerikanischen Germanistin Julia Scheffer: «Die Sprache aus dem Bett reissen, feminist Satyre in the work of Elfriede Jelinek and Isolde Schaad» (Washington DC 2000).
Als Künstlerstochter hat Isolde Schaad ihrer Liebe zur Kunst in zahlreichen Künstlerinnenporträts Ausdruck verliehen, vor allem aber hat sie mit ihrer intensiven  kunstsoziologischen Studie über ihren Vater Werner Schaad (1905– 1979) «Wie der Kunstmaler sich in der Provinz einrichtet» (Schaffhausen 1980), der Schweizer Kunstgeschichte der Nachkriegsjahre einen wesentlichen Beitrag gestiftet, ganz im Sinne des von Paul Nizons entfachten «Diskurs in der Enge».
Isolde Schaad war immer auch gesellschaftspolitisch aktiv, sie ist Mitbegründerin der selbstverwalteten Genossenschaft Neuland in Zürich Wipkingen, in der sie noch heute lebt. Ihre mehrfach preisgekrönten Bücher erscheinen seit 1984 im Limmat Verlag. Im Frühjahr 2014 erhielt Isolde Schaad sie für ihr literarisches und publizistisches Schaffen die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich.

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«Schreibt pointiert, polemisch, oft sarkastisch - aber ohne Häme. Mit Witz und Brillanz erzählt die Autorin ihre Geschichten, mit unbestechlichem Blick und begrifflicher Trennschärfe analysiert sie umfassend das Verhalten der Helfer, vom selbsternannten Wohltäter bis zum Entwicklungshilfeprofil, deren sprachlichen so gut wie kulinarischen Gepflogenheiten.» Neue Zürcher Zeitung

»Ein Lesevergnügen oder ein Ärgernis, je nachdem, für Entwicklungshelfer, Ethnologinnen, Afrikareisende, ein Minderheitenbuch also. Aber es ist gleichzeitig eines der seltenen Bücher, die ein eher nach trockener wissenschaftlicher Abhandlung riechendes Thema mit sprachlichem Witz und formaler Phantasie behandeln und sich kaum um die sonst allenthalben verordnete Ausgewogenheit kümmern.« Tages-Anzeiger

«Endlich ein paar lustvolle Bissen in der literarischen Betroffenheitswüste... Endlich was zum Beissen im breit und behäbig dahinfliessenden Brei anwaltschaftlichen Bücherwirkens... Endlich Freude am Lesen und eine Welt, die uns wirklich alle angeht: die Welt der edlen Waren. Denn Logo, Label und Styling erst machen den elenden Verbraucher zum Menschen, verleihen ihm Charakter und Profil.» Die Weltwoche

«Hoch hinaus schwappt der Zeitgeist. Was Leben war, wird Lifestyle. Was Stil war, wird Mode – Welle für Welle rauscht sie übers Land. Ganz oben auf segelt Isolde Schaad in ihrem Beobachtungsboot. Sie peilt mit Hilfe der Kritischen Theorie auf die unseligen Wohlstandsinseln der High-Consumer.» Basler Zeitung
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