Das Schweigen der Agenda
Isolde Schaad

Das Schweigen der Agenda

Geschichten vom Innehalten und Aufhören – Im Auge des Grossen Duden, neudeutscheste Fassung

160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
August 2023
SFr. 30.–, 26.– € / eBook sFr. 25.–
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978-3-03926-059-1

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Schlagworte

Literatur Erzählungen
     
«Sprachlich hervorragend.» Paul Jandl, NZZ

Auch eine Jugendrevolte bleibt nicht ewig jung, die ­Revolutionärinnen beginnen die Haare zu färben, dann hören sie damit wieder auf und beugen sich über ihre Patientenverfügung. Sie sitzen am Fenster und schauen von oben auf das Leben, das nicht mehr ihres ist. Es ­findet in weissen Turnschuhen statt, mit blossen ­Knöcheln in überlangen Mänteln, Jogging-Dresses und Strickmützen.

Seit Jahrzehnten wirft Isolde Schaad ihr Argusauge auf die akuten gesellschaftlichen Vorgänge, ihre eigene Generation eingeschlossen. Ein satirisches Auge, wenn die Bürogemeinschaft, die über vollen Aschenbechern den Journalismus revolutioniert, dann in die Falle der eigenen Fantasie tappt. In kaltem Licht erscheint der frühe Tod der Jahrhundertkünstle­rin Sophie Taeuber-Arp, wenn ein lokales MeToo-Komitee ihn als Kriminalfall aufrollt. Ob nun eine ältere Dame am Grab der besten Freundin um die ausbleibenden Tränen bittet oder überm Ozean ein berühmter Grossschriftsteller den ersten Tag nach dem Schreiben begeht, immer erfrischt das Erzählen von Isolde Schaad mit maliziösem Humor und menschenfreundlicher Ironie. Und dazwischen funkt als Warnung vor der ausbleibenden Genderkorrektheit die allerneueste Auflage des Grossen Duden.

Isolde Schaad

Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können der nahen und fernen Umgebung widmet. Schon ihre Buchtitel zeugen davon: «Knowhow am Kilimandscharo», erschien 1984 und wurde vom heissen Eisen zum Ethnoklassiker. 1986 folgte die «Zürcher Constipation», 1989 «KüsschenTschüss», die beide zu helvetischen Bestsellern wurden. «Body & Sofa», die Erzählungen aus der Kaufkraftklasse, 1994, «Mein Text so blau» 1997, dann der Roman  «Keiner wars» 2001, der den Schillerpreis der ZKB erhielt, sowie die Porträtsammlung «Vom Einen. Literatur und Geschlecht», 2004. Es folgten der Roman «Robinson & Julia», 2010, dann die Erzählungsbände «Am Äquator», 2014, sowie « Giacometti hinkt», 2019, von der Presse mit grosser Anerkennung bedacht.

Isolde Schaad hat neben ihrer schriftstellerischen Arbeit stets auch publizistisch gearbeitet, bis zum Millenium war sie für renommierte Zeitschriften im In- und Ausland tätig, Unter anderen für «Transatlantik», für das legendäre «Kursbuch», für «Geo», «literaturkonkret», die «Frauenoffensive», oder «Text und Kritik», herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold. Ab 1974 bis in die Nullerjahre schrieb sie u.a. für das «Tages-Anzeiger-Magazin», die «NZZ am Wochenende», schwerpunktsmässig für die Wochenzeitung «Woz» und die Kulturzeitschrift «Du».

Von ihren Studienreisen nach Indien, Ostafrika und dem Nahen Osten stammen ihre lebendigen, mit dem ethnologischen Blick geschärften Reportagen, Essays und Kolumnen, für die sie den Schweizerischen Journalistenpreis erhielt. Im Frühjahr 1997 war sie Gast der renommierten Washington University in St. Louis, Missouri. Zu dieser Zeit entstand auch eine Dissertation der amerikanischen Germanistin Julia Scheffer: «Die Sprache aus dem Bett reissen: Feminist Satire in the Works of Elfriede Jelinek and Isolde Schaad» (Washington DC 2000).

Als Künstlerstochter hat Isolde Schaad ihrer Liebe zur Kunst in zahlreichen Künstlerinnenporträts Ausdruck verliehen, vor allem aber hat sie mit ihrer intensiven kunstsoziologischen Studie über ihren Vater Werner Schaad (1905– 1979) «Wie der Kunstmaler sich in der Provinz einrichtet» (Schaffhausen 1980), der Schweizer Kunstgeschichte der Nachkriegsjahre einen wesentlichen Beitrag gestiftet, ganz im Sinne des von Paul Nizons entfachten «Diskurs in der Enge».

Isolde Schaad war immer auch gesellschaftspolitisch aktiv, sie ist Mitbegründerin der selbstverwalteten Genossenschaft Neuland in Zürich Wipkingen, in der sie noch heute lebt. Ihre mehrfach preisgekrönten Bücher erscheinen seit 1984 im Limmat Verlag. Im Frühjahr 2014 erhielt Isolde Schaad sie für ihr literarisches und publizistisches Schaffen die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich.

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LeseprobeS.1-21

AZ Schaffhausen, 17. August 2023
Schaffhauser Fernsehen, Hüt im Geschpröch, 23. August 2023
Literatur & Kunst, September 2023
Tessinerzeitung, 01. September 2023
p.s., 09. September 2023
WOZ, 14. September 2023
NZZ, 13. Oktober 2023 
RegioTVplus, Ueli Mäder TALK, 22. Oktober 2023
Radio Liechtenstein, 27. Oktober 2023
literaturkritik.de, 15. November 2023
Sempacherwoche, 25. Januar 2024


«Die Klaviatur der heimlichen Liebe beherrscht Isolde Schaad seit Jahrzehnten, und im neuen Buch noch einmal ganz besonders: Wenn diese Schriftstellerin austeilt, dann ist das ein gleichermaßen freigiebiger wie handgreiflicher Akt. Und sie zeigt, dass sie beides beherrscht: den bösen Blick und die zarte Geste.» Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

«Isolde Schaad legt in diesem Buch sprachlich hervorragende und tief in die Psyche der Figuren eindringende Texte vor, die auf packende Weise so grundlegende Themen menschlicher Existenz wie Altwerden, Einsamkeit und Lebensgeheimnisse behandeln.» literaturkritik.de, Rainer Rönsch

«Frech und pointenreich, stilistisch elegant.» Hans Ulrich Probst, WOZ

«Eine mit Sprachwitz komponierte kurzweilige hintergründige Lektüre, bei der man sich wünscht, sie würde länger dauern.» Ingrid Isermann, Literatur & Kunst

«Das Buch zeugt vom politischen Engagement der Autorin und lässt auf ihre journalistische Karriere zurückblicken. Ein Lesegenuss der besonderen Art.» Margrit Lustenberger, Sempacher Woche

 

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