Wäldertraum
Alexander Xaver Gwerder

Wäldertraum

Herausgegeben von Roger Perret

130 Seiten, Paperback
Januar 1991
SFr. 19.80, 19.80 €
sofort lieferbar
978-3-85791-189-7

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Schlagworte

Literatur
     

Alexander Xaver Gwerder veröffentlichte zu Lebzeiten praktisch nur in Zeitungen und Zeitschriften. Seine Auseinandersetzung und sein Leiden an diesem Land, seine Versuche aus der provinziellen Enge, aus dem Gefängnis Schweiz in eine andere Wirklichkeit auszubrechen, scheiterten.

Die Gedichtauswahl belegt seine Bedeutung für die Nachkriegszeit und die deutschsprachige Literatur.

Roger Perret
© Erik Bruehlmann

Roger Perret

Roger Perret, geboren 1950 in Zürich. Studium der Philosophie, Literaturkritik und Komparatistik in Zürich. Er befasst sich publizistisch vor allem mit Aussenseiterfiguren in der Schweizer Literatur. Herausgeber der Werke von Franco Beltrametti, Nicolas Bouvier, Alexander Xaver Gwer­der, Annemarie von Matt, Hans Morgenthaler, Annemarie Schwarzen­bach und Sonja Sekula. Herausgeber des Hörbuchs «Wenn ich Schweiz sage … Schweizer Lyrik im Originalton von 1937 bis heute» (mit Ingo Starz) und von
«Moderne Poesie in der Schweiz. Eine Anthologie» (Limmat Verlag).

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Alexander Xaver Gwerder
© Limmat Verlag

Alexander Xaver Gwerder

«Autobiographisches: Ich hasse die Kulturschnorrer, die Richtungsrichter, das Militär incl. Patrioten und Kunsstückler – zu lieben bleiben noch: Frauen, Gifte und ihre Erscheinungen, wie Kinder oder Bücher; Pflanzen mit ihrem Anhang darunter vornehmlich die Wolken ... Im graphischen Gewerbe tätig schlägt man sich durch, sofern man nebenbei noch ein gut Teil Indifferenz aufbringt für unabänderliche Machenschaften. Geburtsjahr: 1923.» Alexander Xaver Gwerder

 

Alexander Xaver Gwerder, geboren am 11. März 1923. Lebte und arbeitete in Zürich als Offsetkopist. Neben dem Broterwerb intensive schriftstellerische Tätigkeit. Freitod am 14. September 1952 in Arles.

 

«Ein Schaudern wie beim Anblick eines Gewitters.» Tages-Anzeiger

«Eine Entdeckung.» Die Zeit

«Stil: melodiös, elegant, unglaublich rhythmisch.» Die Weltwoche

«Was vom Schneiden handelt, Verse als willkürlich zerschnittene Teile eines wie auch immer gearteten Ganzen, hat er zerschnitten.» Neue Zürcher Zeitung

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Wäldertraum

Was willst du weiter
mit den Göttern ringen?
Zu lang wohl
sind sie deine Bitten los –
Am Bug der Wälder,
mannshoch unter Moos,
versucht der letzte
sich zur Welt zu bringen ...

Sein Lockruf: «Du liebtest,
du lebtest doch auch,
gingst Strassen lang, hoch die See,
Lächeln und Schweigen –
So komm hoch, was blieb schon:
so wenig zu zeigen,
ein Wäldertraum, abgeholzt,
Harz, Nadel Rauch ..»

Was rauscht dir aus Dämmer,
aus all dem Entfernten
noch Hoffnung
noch Spiele des Sommertags zu,
– die Dünung,
der Nerven noch dunkleres Du –
um vieles zu spät,
was die Götter dich lehrten.

Es ist fast zu Ende doch,
du und das Spiel –,
zwei Kugeln nur,
die sich für immer verschlossen,
zwei Nüsse, die taub
an die Wurzeln jetzt stossen:
der Wäldertraum, abgeholzt,
knirscht unterm Kiel.

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